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In der Steinzeit nutzte der Mensch die Bienen zur Bärenjagd. Er legt sich
in der Nähe eines Bienenvolkes auf die Lauer, da er wusste, dass Bären
gerne Honig naschen. Kam dann der Bär, konnte er leicht erlegt werden.
Man entdeckte in der Steinzeit auch schon früh, dass Rauch die Bienen
besänftigt und man den Honig somit relativ unbeschadet stehlen kann. Das
zeigen auch schon 9000 Jahre alte mittelsteinzeitliche Felsmalereien, die
Honigjäger bei der Arbeit darstellen. Die Imkerei erreicht ihre erste Hochblüte in Ägypten um 3000 v. Chr. Honig gilt als Speise der Götter, und ein Topf Honig kostet etwa so viel wie ein Rind. Außerdem werden erste Untersuchungen zum Thema Bienen angestellt, zumal deutlich wird, dass man mit einer Steigerung der Honig- und Wachsproduktion auch die Ernteerträge der Obstbauern verbessern kann. Auf dem Nil sind die ersten Wanderimker unterwegs. Die Griechen erlassen 594 v.Chr. nicht nur die ersten Bienengesetze, sondern entdecken außerdem die medizinische Bedeutung von Honig. Um 400 v.Chr. lehrt Hippokrates, dass Honigsalben das Fieber senken, und erschöpfte Athleten bei Olympischen Spielen trinken Honigwasser, um ihre Leistung zu steigern. Der griechische Philosoph Aristoteles betreibt die ersten wissenschaftlichen Studien an Bienen und legt seinen Erkenntnisse in seiner Tierkunde nieder. Wenige Jahre vor Christi Geburt werden die Biene und die Imkerei zum ersten Mal nachweislich Gegenstand der Literatur. Der römische Epiker Vergil verfasst das Lehrgedicht "Georgica", in dessen 4. Buch er in 566 Versen die Imkerei in poetischer Form beschreibt. Im "Salischen Gesetz" von 510 n.Chr. stehen hohe Strafen auf den Diebstahl von Bienen und Honig. Gegen 643 n Chr. verankern auch die Westgoten den Wildbienenfang im Gesetz, ebenfalls mit schweren Strafen bei Bienendiebstahl sowie mit einer Haftpflicht bei Schäden durch Bienen. 748 n. Chr. wird in einer Urkunde des Herzogs Odilo die erste Berufszeidlerei in Niederbayern belegt. Im Jahr 800 n. Chr. erlässt Karl der Große Verordnungen über die Bienenzucht und befiehlt, Imkereien auf seinen Krongütern einzurichten. Im 14. Jahrhundert n. Chr. gibt es die erste wirkliche Organisation der Imker: die Zunft der "Zeidler". Diese betreuen Bienenvölker in natürlichen und später auch in künstlich ausgehauenen Baumhöhlen und schneiden die Honigwaben aus (sog. "zeideln"). Die Zeidler genießen zahlreiche Privilegien und haben sogar eine eigene Gerichtsbarkeit: das Zeidelgericht in Feucht bei Nürnberg, das von 1350 bis 1779 existiert. Als Gegenleistung dafür müssen die Zeidler Honig- und Wachszins entrichten sowie Jagd- und Kriegsdienst leisten. Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Imkerei maßgeblich durch drei entscheidende Erfindungen verbessert:
(Aus der Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum des Deutschen Imkerglases)
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